Sprachförderpatenschaft
Sprachförderpatenschaften mit der Luitpold-Grundschule in Bayreuth
Der Stand der Dinge im Januar 2026
Bericht von Carina Wittmann, Koordinatorin des Programms
In den letzten zwei Monaten ist die Zahl der Sprachpat:innen von drei auf sieben gestiegen, was uns sehr erfreut hat!
Wir sind zuversichtlich, dass wir weitere Sprachpat:innen dazugewinnen können.
Die Klassen, in denen die Sprachpat:innen eingesetzt werden, stehen vor enormen Herausforderungen. Teilweise betreute eine Lehrkraft bis zu 22 Kinder mit jeweils individuellen Förderbedarfen. Der Migrationsanteil liegt dabei bei etwa 70-80 Prozent. Viele Kinder zeigen Verhaltensauffälligkeiten, psychische Belastungen oder soziale Förderschwerpunkte. Hinzu kommt ein hoher Sprachförderbedarf – auch bei Kindern mit Deutsch als Erstsprache. Unter diesen Bedingungen ist es nur bedingt möglich, jedem Kind im normalen
Unterricht die Aufmerksamkeit zu geben, die es eigentlich bräuchte. Genau hier setzt das Sprachpaten-Programm an. Die Sprachpat:innen können einzelne Kinder oder Kleingruppen gezielt unterstützen, Sprachhemmungen abbauen und vor allem eine stabile Beziehung aufbauen. Somit entwickeln die Kinder Selbstvertrauen im Umgang mit der Sprache und trauen sich mehr zu sprechen.
Weihnachtsaktion – Lernen mit allen Sinnen:
Im Rahmen der Weihnachtsfeier wurde kurz vor den Ferien in der Klasse von Frau Schmeußer gemeinsam mit Frau Kuboth und einigen Sprachpat:innen eine eigene Sinnesstation für die Kinder aufgebaut. Es gab die Bereiche Fühlen, Sehen, Riechen und Hören.
Jede Station wurde von Sprachpat:innen oder Frau Kuboth betreut.
An der Station „Fühlen“ erstasteten die Kinder Plätzchenformen in kleinen Säckchen und benannten diese. Anschließend bekamen sie Augenmasken und mussten Gegenstände wie Tannenzweige, Kerzen oder Nüsse allein über den Tastsinn erkennen.
Bei der Station „Sehen“ prägten sich die Kinder mehrere Gegenstände ein. Danach wurde ein Gegenstand entfernt und sie mussten herausfinden, welcher fehlte.
An der Station „Riechen“ konnten die Kinder mit verbundenen Augen verschieden Gewürze erkennen und benennen. Die Station „Hören“ umfasste ein kleines Hörverstehen mit unterschiedlichen kleinen Aufgaben.
Alle Kinder waren mit großer Begeisterung dabei und trainierten ganz nebenbei Wortschatz, Sprechen in ganzen Sätzen und ihre Konzentration.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Sprachpaten-Programm nach wie vor eine deutliche Wirkung zeigt. Gerade in Klassen mit so vielfältigen
Förderbedarfen ist diese zusätzliche Unterstützung nicht nur eine nette Ergänzung, sondern eine echte Notwendigkeit.
Prof. Dr. Karin Birkner